Bürgerprotest in Facebook: Ein Erfolgsrezept.

Die arabischen Länder haben es vorgemacht, über Facebook, Twitter und Co. lassen sich in bester Art und Weise Proteste gegen das Establishment organisieren, sogar Machthaber stürzen. Aber ist so etwas auch bei uns denkbar? Ich sage ganz klar JA, erste Beispiele von Bürgerprotest über Facebook gibt es bereits.

Vor wenigen Wochen entdeckte ich in der regionalen Presse, u.a. beim Onlinemedium 16vor.de, eine Meldung, die sich mit der Schließung der ARAL-Tankstelle in der Ostallee beschäftigte. An sich nicht weltbewegend, aber hier lag die Situation tiefgründiger.

Rückblick: Im Jahr 2009 beschloss der Bauauschuss der Stadt Trier, den Pachtvertrag mit der ARAL-Tankstelle in der Ostallee nicht über das Jahr 2012 hinaus zu verlängern.

Vor wenigen Wochen wurde das Thema dann wieder aufgetriffen. Der Pächter wollte erreichen, dass der Pachtvertrag ein weiteres Mal verlängert wird. Die Stadt lehnte ab. Wie es hieß, sollte an dieser Stelle zukünftig ein Radweg verlaufen. Ein Angebot, BP komme für den Bau des Radwegs um die Tankstelle herum auf, wurde abgelehnt. So erregte sich erster Protest in Kommentaren zu den entsprechenden Berichten.

Parallel dazu initiierte ich auf Facebook die Fanseite “Tanke Ostallee Trier muss bleiben” und startete eine Online-Petition, die den Erhalt der Tankstelle forderte. Beweggründe: Solange die Stadt keine sinnvolle Verwendung (und kein Geld für deren Umsetzung) für diese Fläche hat, sollte der Pachtvertrag verlängert werden. Zusätzlich profitiert die Stadt durch Pachteinnahmen, Gewerbesteuer und Arbeitsplätze bleiben bestehen. Wie sich in den kommenden Tagen zeigte, schlossen sich knapp 600 Fans der Facebookseite an und rund 500 Menschen unterzeichneten die Onlinepetition.

Der folgenden Diskussion konnten sich auch die politischen Vertreter im Stadtrat nicht verwehren. So veranstaltete der Volksfreund ein Forum vor Ort und auf Facebook wurde der Druck auf die politischen Vertreter immer größer. Als erste Fraktion entschloss sich die FWG, für die Verlängerung des Pachtvertrages einzustehen. Die FWG stellte letztlich auch den entsprechenden Antrag im Stadtrat, der am 17.11.2011 zur Abstimmung stand. In den weiteren Wochen schlossen sich CDU, FDP und Linke diesem Antrag an, damit wahr die Mehrheit im Stadtrat perfekt. Lediglich SPD und Grüne konnten sich der Kehrtwende nicht anschließen und verweigerten dem Antrag die Unterstützung. In besagter Stadtratssitzung stimmte dann auch eine Mehrheit von 25 zu 23 Stimmen für den Fortbestand der Tankstelle.

Anmerkung: Auf Einladung von 16vor.de durfte ich in einem Streitgespräch mit Marcus Stölb einmal darlegen, was für einen Bürgerprotest über Facebook spricht. Die Contra-Seite hat Marcus selbst vertreten.

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Kommunalreform? Lasst uns schrumpfen!

Der Eifelkreis Bitburg-Prüm hat sieben Verbandsgemeinden plus die Stadt Bitburg als übergeordnete Verwaltungseinheit. Knapp 100.000 Einwohner werden in insgesamt acht Verwaltungseiheiten verwaltet. Ist das nötig?

Stellen wir uns doch die Frage, wer bewegt sich in Richtung Verwaltung. Ich habe die Erkenntnis gewonnen, dass die Mehrheit der Menschen nur zur Verwaltung geht, wenn er/ sie einen neuen Personalausweis benötigt oder das Eigenheim geplant wird. Benötigen wir für diese Fälle wirklich acht Verwaltungseiheiten im Eifelkreis Bitburg-Prüm?

Ich glaube, drei große Verbandsgemeinden im Süden, in der Mitte und im Norde würde ausreichen. Die Politik sollte nur den Mut haben, dies auch auszusprechen, denn es werden Grenzen verschoben, Eitelkeiten überwunden und ganz wichtig, der status quo wird beschnitten. Die Zusammenstellung ist noch offen, das Ergebnis kann und darf nicht weit von dieser Vision entfernt sein.

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Die Piraten – Eintagsfliege oder Dauerzustand?

15 Abgeordnete schickt die Piratenpartei in den kommenden fünf Jahren ins Berliner Abgeordnetenhaus, 15 Kandidaten standen auf der Wahlliste. 8,9 Prozent hat die Partei vergangenen Sonntag bei der Wahl in Berlin errungen, alle Kandidaten erhalten somit ein Mandat. Eine Sensation!

Das sind die nackten Zahlen, aber was steckt dahinter? Wie kann es sein, dass eine Partei – erst vor zwei Jahren gegründet – jeden zehnten Bürger überzeugt, sie zu wählen? Die Mitglieder, oft als “IT-Nerds” verspottet, haben den Geist der Menschen getroffen, ihnen eine Heimat geboten für Freiheit, Gerechtigkeit und Offenheit. Alles Themen, die sonst von Grünen und FDP abgedeckt werden. Die Piraten haben die FDP (1,8%) krachend aus dem Parlament geschossen und die Grünen mit deren Spitzenkandidatin Renate Künast abgeschlagen auf Platz drei verbannt, den Ambitionen auf das Amt der regierenden Bürgermeisterin damit ein jähes Ende gesetzt.

Die Menschen sehnen sich nach Veränderung, nach Mitbestimmung und Einfluss. Es reicht ihnen nicht, alle vier bis fünf Jahre ein Kreuz auf einem Wahlzettel zu machen und danach ihrem Schicksal ausgesetzt zu sein. Alle etablierten Parteien haben ein Problem, ihnen fehlt der Bezug zur Basis und das ist gefährlich. Die Piraten haben ein Wahlprogramm, was sich nicht finanzieren lässt, dennoch haben sie Erfolg, weil sie die Menschen mitnehmen möchten. Ob es klappt, zeigen die kommenden fünf Jahre im Berliner Parlament.

Web 2.0 macht Mitbestimmung möglich

Schaut man sich die nervösen Bewegungen aller Parteien und Politiker im Internet an, erkennt man die Problematik sofort. Jeder redet seit etwa einem Jahr von den sozialen Medien, wie Facebook oder Twitter, und jetzt wird fleißig traffic produziert, ohne Strategie, ohne eigenen Willen. Das Motto lautet: “Wir müssen was tun.” Ich füge hinzu: “Ganz egal was, hauptsache wir haben was getan.” Der Weg ist falsch, weil es nicht authentisch ist und genau das merkt jeder Wähler sehr schnell. Die Piraten als Nerds verspottet, liefern aber genau das Gegenteil, sie sind glaubwürdig in ihrer Art und legen großen Wert auf Mitbestimmung und Transparenz. Das birgt aber große Gefahr, denn die Politik lebt bis dato von der Intransparenz und schon gibt es erste Konflikte bei den Piraten: wie weit darf man gehen, was kann man den Bürgern alles zumuten, muss man Inhalte auch zensieren? Die Piraten genießen den Erfolg, jetzt müssen sie zeigen, ob sie es wirklich ernst meinen.

Wenn bei der Endabrechnung auch nur ein oder zwei Prozent fehlen, ermöglicht der Aufstieg einer solchen Partei wie die Piraten die große Koalition. Ich gönne den Piraten ihren Erfolg – Glückwunsch an dieser Stelle -, aber diesen zu verstehen, wird die drängendste Aufgabe der kommenden Woche.

Jürgen Trittin trifft den Nagel im Interview mit der taz auf den Kopf. Die Parteien müssen verstehen, wieso beinahe jeder zehnte Berliner die Piraten gewählt hat. Allesamt kluge Köpfe stellen die etablierte Parteistruktur auf den Kopf, ähnlich wie es die Grünen vor rund 30 Jahren geschafft haben und heute in der Politik etabliert sind.

Es wäre kurzsichtig zu glauben, dies seien Leute, die wir mit kluger Netzpolitik für uns gewinnen könnten. Da gehört mehr dazu.

Die Piratenpartei wird zum Dauerzustand, wenn die etablierten Parteien bei ihrem status-quo verharren und hier nicht bald ein Umdenken stattfindet. Eines ist sicher, die Piraten werden uns noch viel Spaß bereiten und sicher zu einem freien, offenen und transparenten Deutschland beitragen.

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Fankulturen wachsen vs. wie “kaufe” ich mir Fans

Ich finde es doch immer wieder spannend, grundlegende Fehler im Social-Media-Marketing auf dem Tablett serviert zu bekommen. Im neusten Fall zeigt sich wieder eine Strategie, die keine ist. Das Phänomen, wie bekomme ich Fans oder wie binde ich Fans, hat im Grundsatz zwei Ausprägungen. Entweder man startet ein Gewinnspiel mit der Bedingung, du musst Fan unserer Facebook-Page werden, um daran teilzunehmen oder man startet ein Gewinnspiel unter den “treuen” Fans, die bereits da sind. Beides ist keine Social-Media-Strategie, sondern ein verzweifelter Versuch, ein Produkt, was unsexy ist, künstlich zu hypen. Mit dieser Methode erreicht man keinen “echten” Fan, sondern greift sich die den sogenannten “Schnäppchenjäger”, der nur schnell etwas gewinnen möchte und im besten Fall nach Beendigung des Gewinnspiels seinen Fanstatus wieder löscht. Im schlimmsten Fall bleibt er sogar Fan und nutzt die Plattform, seinen eigenen Frust in Zukunft dort auszulassen.

Nun, schauen wir uns das konkrete Beispiel an. Wieder trifft es volksfreund.de auf Facebook. Heute bedankt man sich bei 1.100 Fans und verlost unter allen “Likern” 5×2 Freikarten für ein Heimspiel der Trierer Eintracht.

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Sinn begriffen? Fehlanzeige!

Nun gut, vor wenigen Tagen war es die Sparkasse Trier, jetzt folgt auch der Trierische Volksfreund, besser gesagt die Online-Abteilung volksfreund.de, mit einem bemerkenswerten Vorstoß in Sachen Social Media Marketing.

Heute, am Social Media Day (wer legt eigentlich für jeden Quatsch einen solchen Tag fest?), wünscht sich “volksfreund.de” auf Facebook von den eigenen “Fans”, man möge doch den Anlass nutzen und die Fanseite vom Volksfreund den eigenen Freunden empfehlen. Was dann so ausschaut und man beachte, wem diese Meldung gefällt:

Liebe Leute, wir verkaufen im Jahr 2011 keine Zeitungsabos auf diesem Wege und schon dreimal werden keine Prämien für eine erfolgreiche Vermittlung gezahlt. Der Sinn von Social Media besteht darin, Fans für sein Produkt/ seine Dienstleistung zu gewinnen, weil man gut ist, es sich lohnt, Fan zu sein und nicht auf Teufel komm raus Fan einer Seite zu werden. So langsam frage ich mich immer häufiger, in welchen Seminaren solche Strategien vermittelt werden, denn das ist kein Social Media Marketing, sondern der Griff nach dem letzten Strohhalm, alte Strategien ins Internet zu bringen.

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Ein Marketing-Gau der Extraklasse

Der Viehmarkt war beim Trierer Altstadtfest wieder die Partymeile für die jüngere Generation. Fette Musik, meist von BigFM DJs, und die Möglichkeit zum Bungee Jumping mit dem Jochen Schweizer Team gepart mit chilligen Ständen, wie den der Jungs von Trick17. Für die jüngere Generation war der Platz richtig gut aufgezogen.

Verwundert rieb sich dann aber der Besucher des Viehmarkts die Augen, als der Blick am großen “Steil”-Kran vorbeiging. Die Sparkasse Trier wollte besonders hip sein und leuchtete die Büros mit roten Lampen aus und projezierte in großen weißen Lettern an die Fassade: “Link us on Facebook – facebook.de/sparkassetrier.” Mal abgesehen davon, dass die rote Beleuchtung eher an bestimmte Etablissements erinnert, kann man diese Idee wirklich noch als originell und gelungenes Branding ansehen, die Projektion mit der Facebook-Werbung wirkte hingegen nur peinlich. Was will uns ein konservatives Bankhaus, hier die Sparkasse, eigentlich vermitteln? Eines ist jedenfalls sicher, ein Unternehmen wird nicht dadurch hip, weil es Gewinnspiele anbietet oder Meet & Greets auf Facebook verlost. Dahinter muss eine echte Strategie stehen, ansonsten wird das alles sehr schnell zum Marketing-Gau der Extraklasse.

An dieser Stelle muss ich dem Juraprofessor Hoeren in seinem Beitrag beipflichten:

Es gebe sogar bestimmte Unternehmen, die müssten in Facebook sein, etwa Coca-Cola. “Das ist ein Produkt, das braucht ein gewisses Image und über dieses Produkt kann man sich auch austauschen.” Bei einer kleinen bayerischen Volksbank könne er den Facebook-Gang hingegen nicht nachvollziehen. “Die dürfen sich nicht wundern, wenn sie dann zwölf Freunde und fünf Einträge haben. Und da kann man nur grundsätzlich warnen und sagen: überlegt euch, was ihr da tut.”

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Gesellschaft paradox: “Atomstrom, wirklich nein Danke”?

20 Prozent der deutschen Bevölkerung wünschen sich laut Forsa-Umfrage den sofortigen Ausstieg aus der Atomkraft, 52 Prozent fordern dies bis zum Jahre 2020. Was auf den ersten Blick sehr rational klingt, angesichts der katastrophalen Auswirkungen in Japan, belegt bei näherer Betrachtung die Irrationalität der Bevölkerung. Nach letzten Greenpeace-Zahlen gibt es in Deutschland zwei Millionen Ökostromkunden bei insgesamt 40 Millionen Haushalten. Lediglich fünf Prozent handeln so, wie sie es demonstrativ auch ausdrücken. Der Rest entscheidet sich frei nach dem Geldbeutel, aus Bequemlichkeit oder schlichtweg aus Überzeugung für herkömmlichen Strom aus Kohle oder Atomkraft, ganz nach dem Motto: “Der Strom kommt doch sowieso aus der Dose!”

Wie paradox die ganze Diskussion geführt wird, zeigen die Beispiele, dass im Norden Deutschlands gegen den Ausbau von Stromleitungen protestiert wird oder der heimische Landwirt von einzelnen politischen Vertretern ermutigt wird, seine Ackerflächen nicht für den Betrieb von Biogasanlagen zu nutzen, sondern primär die Nahrungsproduktion sicherstellen soll.

“Wer A sagt, muss auch B sagen.” So einfach, aber treffend kann man die aktuelle Diskussion auf einen Punkt bringen. Zu glauben, dass wir hier in Deutschland sicher leben, wenn wir von einem auf den anderen Tag alle Atomkraftwerke abschalten, ist ideologisch. Viel mehr setzen unsere direkten Nachbarn weiter auf die Atomkraft und denken nicht einmal daran, von dieser Strategie abzukehren. Der richtige Weg kann es daher nur sein, dass die Verbraucher aktiv den Wechsel in das Zeitalter der regenerativen Energien vollziehen. Dazu trägt aber keine einzige Demonstration bei, sondern eine einzige Unterschrift unter einen neuen Stromliefervertrag mit allen entsprechenden Konsequenzen. Allein dafür fehlt mir aber der Glaube.

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Atomkraft: Der Verbraucher entscheidet!

Japan wurde in den vergangenen Tagen gleich von drei Katastrophen heimgesucht. Ein schweres Erdbeben der Stärke 8,9 auf der Richterskala und in der Folge ein Tsunami, der die Nordostküste des Landes traf und tausende Menschen in den Tod riss. Auf diese beiden Naturkatastrophen folgte unvorstellbare Zerstörung und eine Atomkatastrophe steht bevor. Millionen Menschen müssen evakuiert werden.

Im Zuge dieser atomaren Bedrohung hat auch in Deutschland die Diskussion um die vor wenigen Monaten beschlossenen Laufzeitverlängerung der deutschen Atommeiler neu begonnen. Proteste werden aktuell organisiert, Mahnwachen und Menschenketten abgehalten. Die Forderung an die Politik wird laut, jetzt endgültig den Schritt aus der Atompolitik zu vollziehen. Keine unberechenbaren Risiken mehr? Keine Diskussion um Endlager? Endlich eine sauberei Energiepolitik…

All diese Forderungen klingen plausibel, haben aber einen schweren Fehler. Jeder einzelne schiebt die eigene Schuld, die eigene Verantwortung auf die Politik ab, obwohl jeder bereits heute selbst ein Zeichen setzen könnte. Jeder einzelne Stromverbraucher erwartet heute rund um die Uhr verfügbaren Strom, für seinen Fernseher, für sein TV, für sein Handy. Der Strom kommt aus der Dose, wie er produziert wird: Interesse Mangeware. Es gibt heute bereits unzählige Anbieter von Strom aus regenerativen Energien – Sonne, Wind, Wasser, Biomasse – und dennoch entscheidet der Verbraucher nach einem, dem Preis. Solange der Atomstrom günstig ist, wird der Verbraucher nach dem Geldbeutel entscheiden und der eigene Denkprozess nach sauberen Energien kommt nicht in die Gänge. Die Industrie entwickelt mit Hochdruck an Elektroautos, um damit die CO2-Belastung durch den Autoverkehr zu senken, die Folge ist ein noch größerer Stromverbrauch.

Eines ist klar, bereits heute gäbe es genügend Alternativen, selbst auf Atomstrom zu verzichten und damit die Stromkonzerne zur Umkehr zu zwingen, aber Fehlanzeige. Solange der Verbraucher nicht selbst umdenkt und aufhört, die Schuldfrage bei der Politik zu suchen, wird sich die Energiepolitik in Deutschland nicht ändern, dabei spielt die Farbe der Bundesregierung keine Rolle.

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Wie konsequent handelt Kurt Beck?

Nimmt man seine Worte genau, könnte er jetzt handeln: “Ich jedenfalls, wenn es eines meiner Regierungsmitglieder wäre, würde handeln.” Diese Aussage tätigte Kurt Beck im Deutschlandfunk am 27.02.2011, wenige Tage vor dem Rücktritt Karl-Theodor zu Guttenbergs. Schaut man sich an, was sich seine Minister Bruch und Bamberger, sowie sein Parteifreund Beutel so in der Vergangenheit geleistet haben, ist dringend Handlungsbedarf geboten:

Schluss mit der Heuchelei!

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Was das Internet kann!

Das Internet ist mächtig! Google zeigt uns seit Jahren, wie man für den Nutzer einen Nutzen schafft (in Form von möglichst guten Suchergebnissen) und dabei mächtig Geld verdient (durch personalisierte Werbeanzeigen rund um die Suche). Ganz neue Dimensionen erreichen soziale Medien, wie Facebook und Twitter (global) oder Partyface als regionale Plattform. Über Facebook und Twitter werden in Nordafrika und dem Nahen Osten Protestaktionen organisiert, zwei Machthaber (Ben Ali und Mubarak) sind bereits dem Druck der Bürger erlegen. Aktuell entwickelt sich eine ganz neue Art der Mitbestimmung und Meinungsäußerung, vorrangig geprägt durch junge Menschen und das Internet.

Deutschland erlebt seit zwei Wochen die neue Macht des Internets in Bezug auf die “Plagiatsäffare” rund um Karl-Theodor zu Guttenberg. Als vor zwei Wochen erste Indizien auftauchten, der damalige Verteidungsminister hat bei seiner Dissertation im großen Stil geschummelt, glaubten viele an eine Hetzkampagne der Medien. Im Netz wurde ein Wiki angelegt, das sogenannte “GuttenPlag”, was dazu diente, kopierte Stellen in der Dissertation des CSU-Politikers ausfindig zu machen. An der Arbeit konnte sich jeder beteiligen! Parallel dazu erstellte Tobias Huch auf Facebook eine Pro Guttenberg Fanseite mit dem Titel “Gegen die Jagd auf Karl-Theodor zu Guttenberg”, der sich bis heute 335.000 Menschen anschlossen.

Heute hat Karl-Theodor zu Guttenberg sein Amt als Verteidigungsminister niedergelegt. Die Solidaritätsbekundungen mit dem Politiker ebben im Netz nicht ab. Die Fanseite “Wir wollen Guttenberg zurück” auf Facebook hat es geschafft, in zehn Stunden über 200.000 Unterstützer zu finden. Viele weitere Seiten existieren zum gleichen Thema.

Wir haben in den letzten Wochen an einer neuen Art der Meinungsbildung und Meinungstransformation teilgenommen. Eine Welt, die Machthaber mit Hilfe des Internets stürzt, ein Land, was seinen beliebtesten Politiker durch das Internet verliert, ihm aber gleichzeitig eine nie dagewesene Solidaritätsbekundung ausstellt. Wir sind angekommen, im Web 2.0!

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