Gesellschaft paradox: “Atomstrom, wirklich nein Danke”?
20 Prozent der deutschen Bevölkerung wünschen sich laut Forsa-Umfrage den sofortigen Ausstieg aus der Atomkraft, 52 Prozent fordern dies bis zum Jahre 2020. Was auf den ersten Blick sehr rational klingt, angesichts der katastrophalen Auswirkungen in Japan, belegt bei näherer Betrachtung die Irrationalität der Bevölkerung. Nach letzten Greenpeace-Zahlen gibt es in Deutschland zwei Millionen Ökostromkunden bei insgesamt 40 Millionen Haushalten. Lediglich fünf Prozent handeln so, wie sie es demonstrativ auch ausdrücken. Der Rest entscheidet sich frei nach dem Geldbeutel, aus Bequemlichkeit oder schlichtweg aus Überzeugung für herkömmlichen Strom aus Kohle oder Atomkraft, ganz nach dem Motto: “Der Strom kommt doch sowieso aus der Dose!”
Wie paradox die ganze Diskussion geführt wird, zeigen die Beispiele, dass im Norden Deutschlands gegen den Ausbau von Stromleitungen protestiert wird oder der heimische Landwirt von einzelnen politischen Vertretern ermutigt wird, seine Ackerflächen nicht für den Betrieb von Biogasanlagen zu nutzen, sondern primär die Nahrungsproduktion sicherstellen soll.
“Wer A sagt, muss auch B sagen.” So einfach, aber treffend kann man die aktuelle Diskussion auf einen Punkt bringen. Zu glauben, dass wir hier in Deutschland sicher leben, wenn wir von einem auf den anderen Tag alle Atomkraftwerke abschalten, ist ideologisch. Viel mehr setzen unsere direkten Nachbarn weiter auf die Atomkraft und denken nicht einmal daran, von dieser Strategie abzukehren. Der richtige Weg kann es daher nur sein, dass die Verbraucher aktiv den Wechsel in das Zeitalter der regenerativen Energien vollziehen. Dazu trägt aber keine einzige Demonstration bei, sondern eine einzige Unterschrift unter einen neuen Stromliefervertrag mit allen entsprechenden Konsequenzen. Allein dafür fehlt mir aber der Glaube.
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