Juni, 2011

Sinn begriffen? Fehlanzeige!

Nun gut, vor wenigen Tagen war es die Sparkasse Trier, jetzt folgt auch der Trierische Volksfreund, besser gesagt die Online-Abteilung volksfreund.de, mit einem bemerkenswerten Vorstoß in Sachen Social Media Marketing.

Heute, am Social Media Day (wer legt eigentlich für jeden Quatsch einen solchen Tag fest?), wünscht sich “volksfreund.de” auf Facebook von den eigenen “Fans”, man möge doch den Anlass nutzen und die Fanseite vom Volksfreund den eigenen Freunden empfehlen. Was dann so ausschaut und man beachte, wem diese Meldung gefällt:

Liebe Leute, wir verkaufen im Jahr 2011 keine Zeitungsabos auf diesem Wege und schon dreimal werden keine Prämien für eine erfolgreiche Vermittlung gezahlt. Der Sinn von Social Media besteht darin, Fans für sein Produkt/ seine Dienstleistung zu gewinnen, weil man gut ist, es sich lohnt, Fan zu sein und nicht auf Teufel komm raus Fan einer Seite zu werden. So langsam frage ich mich immer häufiger, in welchen Seminaren solche Strategien vermittelt werden, denn das ist kein Social Media Marketing, sondern der Griff nach dem letzten Strohhalm, alte Strategien ins Internet zu bringen.

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Ein Marketing-Gau der Extraklasse

Der Viehmarkt war beim Trierer Altstadtfest wieder die Partymeile für die jüngere Generation. Fette Musik, meist von BigFM DJs, und die Möglichkeit zum Bungee Jumping mit dem Jochen Schweizer Team gepart mit chilligen Ständen, wie den der Jungs von Trick17. Für die jüngere Generation war der Platz richtig gut aufgezogen.

Verwundert rieb sich dann aber der Besucher des Viehmarkts die Augen, als der Blick am großen “Steil”-Kran vorbeiging. Die Sparkasse Trier wollte besonders hip sein und leuchtete die Büros mit roten Lampen aus und projezierte in großen weißen Lettern an die Fassade: “Link us on Facebook – facebook.de/sparkassetrier.” Mal abgesehen davon, dass die rote Beleuchtung eher an bestimmte Etablissements erinnert, kann man diese Idee wirklich noch als originell und gelungenes Branding ansehen, die Projektion mit der Facebook-Werbung wirkte hingegen nur peinlich. Was will uns ein konservatives Bankhaus, hier die Sparkasse, eigentlich vermitteln? Eines ist jedenfalls sicher, ein Unternehmen wird nicht dadurch hip, weil es Gewinnspiele anbietet oder Meet & Greets auf Facebook verlost. Dahinter muss eine echte Strategie stehen, ansonsten wird das alles sehr schnell zum Marketing-Gau der Extraklasse.

An dieser Stelle muss ich dem Juraprofessor Hoeren in seinem Beitrag beipflichten:

Es gebe sogar bestimmte Unternehmen, die müssten in Facebook sein, etwa Coca-Cola. “Das ist ein Produkt, das braucht ein gewisses Image und über dieses Produkt kann man sich auch austauschen.” Bei einer kleinen bayerischen Volksbank könne er den Facebook-Gang hingegen nicht nachvollziehen. “Die dürfen sich nicht wundern, wenn sie dann zwölf Freunde und fünf Einträge haben. Und da kann man nur grundsätzlich warnen und sagen: überlegt euch, was ihr da tut.”

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