Ein Marketing-Gau der Extraklasse

Der Viehmarkt war beim Trierer Altstadtfest wieder die Partymeile für die jüngere Generation. Fette Musik, meist von BigFM DJs, und die Möglichkeit zum Bungee Jumping mit dem Jochen Schweizer Team gepart mit chilligen Ständen, wie den der Jungs von Trick17. Für die jüngere Generation war der Platz richtig gut aufgezogen.

Verwundert rieb sich dann aber der Besucher des Viehmarkts die Augen, als der Blick am großen “Steil”-Kran vorbeiging. Die Sparkasse Trier wollte besonders hip sein und leuchtete die Büros mit roten Lampen aus und projezierte in großen weißen Lettern an die Fassade: “Link us on Facebook – facebook.de/sparkassetrier.” Mal abgesehen davon, dass die rote Beleuchtung eher an bestimmte Etablissements erinnert, kann man diese Idee wirklich noch als originell und gelungenes Branding ansehen, die Projektion mit der Facebook-Werbung wirkte hingegen nur peinlich. Was will uns ein konservatives Bankhaus, hier die Sparkasse, eigentlich vermitteln? Eines ist jedenfalls sicher, ein Unternehmen wird nicht dadurch hip, weil es Gewinnspiele anbietet oder Meet & Greets auf Facebook verlost. Dahinter muss eine echte Strategie stehen, ansonsten wird das alles sehr schnell zum Marketing-Gau der Extraklasse.

An dieser Stelle muss ich dem Juraprofessor Hoeren in seinem Beitrag beipflichten:

Es gebe sogar bestimmte Unternehmen, die müssten in Facebook sein, etwa Coca-Cola. “Das ist ein Produkt, das braucht ein gewisses Image und über dieses Produkt kann man sich auch austauschen.” Bei einer kleinen bayerischen Volksbank könne er den Facebook-Gang hingegen nicht nachvollziehen. “Die dürfen sich nicht wundern, wenn sie dann zwölf Freunde und fünf Einträge haben. Und da kann man nur grundsätzlich warnen und sagen: überlegt euch, was ihr da tut.”

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One Comment

  1. Ich habe nur die Puffbeleuchtung gesehen und dachte: “Ergo macht jetzt auch die SK Trier in Mitarbeitermotivation!”

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