Aktuell streiten die Bundesländer um den Länderfinanzausgleich. Baden-Württemberg, Bayern und Hessen als Geberländer gegen den Rest der Republik, wobei Hamburg per Saldo seit bestehen des Ausgleichs noch immer ein Geberland ist. Berlin ist inzwischen zum absoluten Spitzenreiter avonciert und mit 37,9 Prozent größter Nehmer im Jahre 2008.
Um den Zusammenhang aber greifbar zu machen, hier eine nette Geschichte:
Es waren einmal zwei benachbarte Familien. Herr Müller hat sein Abitur gemacht, war leitender Angestellter eines Unternehmens. Herr Schmitz, also der Nachbar von Herrn Müller, hat seinen Hauptschulabschluss gerade so geschafft und hält sich seitdem mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Bei Familien leben mit Frau und den jeweils beiden Kindern in ihren Häusern, also in Nachbarschaft zueinander.
Eines Tages, der Winter war kalt, kam Herr Schmitz zu Herrn Müller und fragte höflich nach, ob dieser ihm einen Kredit gewähren könnte, um Heizöl zu kaufen. Herr Müller erkannte die Not und half seinem Nachbarn aus der Notlage. Dieser versicherte ihm, das Geld so schnell wie möglich zurückzugeben. Durch den harten Winter konnte Herr Schmitz aber nur unregelmäßig arbeiten und verdiente nicht genügend Geld, um seine Schulden bei Familie Müller zu begleichen. Das Einkommen von Familie Schmitz in den Sommer- und Herbstmonaten war nicht üppig, aber es reichte zum Leben. Außerdem kam die Familie zu der Erkenntnis, ihre Kinder hätten es ohnehin schon sehr schwer und schenkten ihnen etwas Luxus. Sie kauften ihren eine Spielekonsole, einen neuen Fernseher und damit die Hausaufgaben für die Schule auch gut recherchiert werden konnten, jeweils ein Notebook.
Zum Ende des Jahres, es war wieder ein kalter Winter und Herr Schmitz erzielte fast kein Einkommen mehr. Wieder wurde das Heizöl knapp, die Stromkosten wuchsen in neue Höhen. In seiner Not wandte sich Herr Schmitz wieder an seinen Nachbarn und bettelte ihn an, ihm nochmal Geld für Heizöl und Strom zu leihen. Herr Müller war wenig erfreut, erkannte aber die Notlage der Familie – besonders die der Kinder – und lieh Herrn Schmitz das Geld. Dieser versprach wieder, das Geld möglichst schnell zurückzubezahlen. Das Frühjahr war vorbei, Herr Schmitz verdiente wieder Geld und tatsächlich gelang es ihm, einen kleinen Teil der Schulden bei Herrn Müller zurückzuzahlen. Der Sommer wurde aber ein Jahrhundertsommer, allen Menschen war sehr heiß. Familie Müller nutzte die Sommerferien und ging mit den Kindern einige Male ins Schwimmbad. Herr Schmitz konnte sich einen Schwimmbadbesuch nicht leisten. Eines Tages bei der Arbeit bot sein Kollege ihm an, er könne ihm mit seinem Bagger einen Pool im Garten ausheben, den müsse er dann nur mit Steinen ausmauern und mit Wasser füllen, dann hätten die Kinder viel Spaß. Gesagt, getan. Familie Schmitz bekam einen Swimmingpool im Garten.
Als der Sommer vorbei war und wieder ein kalter Winter vor der Tür stand, kam die Wasserrechnung und auch das Heizöl ging zur Neige. Herr Schmitz hatte keine Arbeit, die Haushaltskasse war leer. Herr Schmitz zögerte sehr lange, aber die Heizung wurde kalt und die Stadtwerke stellten ihm schon das Wasser und den Strom ab. Er ging wiederum zu Herrn Müller und klagte sein Leid. Herr Müller war erbost, weil der Nachbar trotz seiner hohen Schulden einen Pool bauen ließ und keinerlei Einsicht zeigte, bei seinem Luxus zu sparen. Nach langer Diskussion ließ sich Herr Müller aber erweichen. Herr Schmitz traf mit Herrn Müller eine dauerhafte Vereinbarung, die Herrn Schmitz eine regelmäßige Zahlung garantierte. Herr Müller stellte aber als Bedingung, dass Herr Schmitz monatliche Raten zahlen muss, um die Schulden nochmal abzutragen. So fühlten sich beide gut, Herr Müller hat seinen Nachbarn aus einer weiteren Notlage geholfen, Herr Schmitz konnte seine offenen Rechnungen zahlen. Im Frühjahr fand Herr Schmitz wieder eine Arbeitsstelle, konnte auch seine ersten Raten an Herrn Müller pünktlich zahlen. Dennoch wollte er sich weiter seinen Luxus leisten und gönnte sich im Sommer ein neues Auto, denn seine Familie hat aus seiner Sicht ein neues Fortbewegungsmittel verdient. Die monatlichen Raten zahlte Herr Schmitz von dem Geld des Herrn Müller, dessen Raten er aber nicht mehr begleichen konnte.
Herr Müller war über dieses Verhalten sehr enttäuscht, weil er sich seitdem selbst sehr einschränken musste. Seine Tochter könnte nicht mehr zum Klavierunterricht, sein Sohn musste aus dem Fußballverein abgemeldet werden. Als es Winter wurde, konnte Familie Müller nur noch mit größter Anstrengung das Heizöl kaufen. Als dann noch ein weiteres Mal Herr Schmitz an der Tür klingelte und um noch mehr Geld bettelte, wurde Herr Müller richtig sauer. Er stellte sofort die Zahlung an Familie Schmitz ein, weil er selbst nichts mehr zum Leben hatte. Familie Schmitz musste ihr Haus verkaufen, um die Schulden bei Herrn Müller begleichen zu können.